Inselspital Bern - Neurochirurgie

Universitätsklinik für Neurochirurgie

Spezialgebiete / Erkrankungen

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Hypophysenadenom

Hypophysenadenome sind Tumore der Hirnanhangsdrüse, die in der Sella turcica in der Schädelbasis gelegen ist. Es gibt Tumore mit Ausschüttung von Wachstumshormonen (Akromegalie, Riesenwuchs bei Kindern) und Prolaktin produzierenden Tumore. LH-FSH und TSH-produzierende Tumore sind seltener. Häufig sind aber Hypophysentumore hormonell inaktiv.

Der Größe nach unterscheidet man kleine (<10 mm) Mikroadenome von größeren (>10 Millimeter) Makroadenomen, die dann oft bis über die Sella turcica hinaus wachsen (para- und suprasellär). Das Wachstum kann auch invasiv, zum Beispiel in die angrenzenden knöchernen Strukturen oder den Sinus cavernosus (ein Blutgefässgeflecht auf der Schädelbasis), stattfinden. Je nach Art des Hypophysentumors unterscheidet sich die Behandlung. Manche Tumore werden anfänglich oder dauerhaft mit Tabletten behandelt (zum Beispiel Prolaktinome, gegebenenfalls Akromegalie), andere benötigen einen mikrochirurgischen Eingriff, eine Strahlenbehandlung oder eine kombinierte Therapie. Die Art des Tumors entscheidet unter anderem über den weiteren Verlauf. So können heutzutage die meisten Hypophysenadenome durch einen mikrochirurgischen Eingriff vollständig entfernt und die Patienten geheilt werden. Andere können durch Medikamente verkleinert und am Weiterwachsen erfolgreich gehindert werden. Allerdings ist häufig auch eine Ersatztherapie mit den Hormonen der Hirnanhangsdrüse nötig, manchmal lebenslang.

Minimalinvasive Operationen durch die Nase

Viele Hypophysenadenome können minimalinvasiv durch die Nase operiert werden. Dabei wird nur ein winziger Schnitt in der Nasenschleimhaut gemacht und unter Ausnutzung natürlich vorhandener Räume (Nasenhaupt- und -nebenhöhlen) können diese Tumore schonend erreicht und mit feinsten Instrumenten unter bester Sicht mit dem Operationsmikroskop entfernt werden.

Am Inselspital werden auch endoskopische HD-Verfahren eingesetzt, um die Sicht und die Erreichbarkeit von Tumorresten zu verbessern. Bei bestimmten Tumoren oder bei Rezidiven wird häufig auch die Neuronavigation verwendet.

Die Operation von Hypophysenadenomen ist ein Beispiel für eine schonende, minimalinvasive neurochirurgische Behandlung. Oft kann der Verband am 1. Tag entfernt werden und viele Patienten können am 3. Tag nach Hause gehen. Alle unsere Patienten werden umfassend von den Kollegen der Endokrinologie mitbehandelt und in gemeinsamen Sprechstunden und Fallkonferenzen betreut.

In seltenen Fällen ist eine Operation durch den Schädel das geeignetere Vorgehen. Am Inselspital werden schwierige Operationen gemeinsam mit Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Kiefer-Gesichtschirurgen durchgeführt.